Grundschulen Bangladesch

Bangladesch zählt mit einem Pro-Kopf-Einkommen von US$ 840,00 p.a. immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. 3 Mio. Kinder haben keinen Zugang zu Bildung. Es gibt zu wenig Schulen in entlegenen Gegenden. Dort liegt die Alphabetisierungsrate nur zwischen 5,5 %  und 12,1 %. Der staatliche Unterricht ist unzureichend. 24% der Lehrer sind nicht ausgebildet. Die Lehraktivitäten werden nicht kontrolliert. Klassengrößen von 100 Kindern sind nicht selten. Nur 55 % der Kinder erreicht die 5. Klassenstufe.

Die Bundesregierung/das Bundesministerium für wirtschaft- liche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert zu 75% den Bau und den anfänglichen Betrieb von Grundschulen in besonders abgelegenen Regionen des Landes, wenn sich ein Geldgeber findet, der die übrigen 25% zuwendet.

 

Die Rivera-Stiftung will helfen, den geschilderten Notstand zu lindern. Wir haben zugesagt, die Errichtung von zwei Schulen mit jeweils € 11.000,00 in den Jahren 2013 bis 2015 zu fördern. Mit Hilfe dieses Anteils werden die Schulgebäude mit jeweils drei Klassenräumen errichtet und ausgestattet, Arbeitsmaterial und Hilfsmittel auch für behinderte Kinder angeschafft, Lehrkräfte aus- und fortgebildet, Gesundheitsuntersuchungen und Schulspeisungen zu Hungersnotzeiten durchgeführt sowie Unterrichtsbetrieb für jeweils 120 Schüler über drei Jahre angeboten.                                     

Unser Projektpartner,  NETZ e.V., ist in Bangladesch seit 25 Jahren tätig. Mit 32 lokalen Mitarbeitern vor Ort und in Kooperation mit lokalen Hilfsorganisationen führt er neben Armutsbekämpfung und Katastrophenhilfe auch Bildungsprojekte durch, i.W. im Rahmen der Grundschulbildung. Zwischenzeitlich gehen 8.700 Kinder in von Netz e.V. errichtete oder betreute Vor- und Grundschulen. Aufgrund der hohen Qualität des Unterrichts  bestehen 99% der "Netz-Schüler" den Grundschulabschluss und können danach weiterführende Schulen besuchen.

Zusätzliche Sicherheit erhält das Projekt dadurch, dass das BMZ maßgeblich im Boot ist und den Einsatz seiner Mittel kontrolliert.


Wir sind überzeugt bei diesem Projekt mit Geld der Stiftung und vor allem dem Geld unserer Spender sehr viel Positives erreichen zu können.

P.S.

Aufgrund der schwierigen innenpolitischen Situation in Bangladesch in 2013 mit weitreichenden Auswirkungen auf das öffentliche Leben, u.a. durch eine Vielzahl landesweiter Generalstreiks, kam es zu Verzögerungen beim Schulbau. Unsere Schulen wurden erst Anfang 2014 fertiggestellt. Zudem mussten einige Fortbildungen für die Lehrkräfte verschoben werden.  Auswirkungen auf die Durchführung des Unterrichts gab es nicht. Aufgrund der genannten Verzögerungen mussten einige der für den Berichtszeitraum geplanten Ausgaben auf das Folgejahr (2014) verschoben werden. Die geplanten Maßnahmen können jedoch alle im Projektzeitraum durchgeführt werden. Inzwischen hat sich auch die politische Situation im Land wieder deutlich beruhigt.