Guatemala: Technische Ausbildung für Frauen und Jugendliche

Warum Guatemala?

Das mittelamerikanische Land (15,8 Mio. Einwohner) gehört mit einem Bruttoinlandsprodukt von US $ 3.500 pro Kopf (2013) nicht zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Wohlstand ist aber hier im weltweiten Vergleich am wenigsten gleich verteilt. 54% der Bevölkerung gelten als arm, 13% als extrem arm. 68% der Erwerbstätigen leben von Gelegenheitsjobs ohne soziale Absicherung. Im Südwesten des Landes, unserer Förderregion, liegt das monatliche Familieneinkommen bei  € 275, weit unter dem Existenzminimum des Landes von € 435.

In dem Fördergebiet liegt die Analphabetenrate im Durchschnitt zwischen 20% und 30%, bei den Frauen noch deutlich höher.

Was tun?

Wir wollen helfen, die Lebensbedingungen der betroffenen Bevölkerung zu verbessern und in den Distrikten Sololá und Quiché  Bedürftigen, mehrheitlich Frauen, eine qualitativ hochwertige technische und betriebliche Ausbildung zu ermöglichen.

Unser Kooperationspartner vor Ort, FUNDAP, betreibt in der Region ein Centro Técnico, dem zwei mobile Ausbildungseinheiten, CEDEs, angeschlossen sind. Die CEDEs bieten 6-monatige technische Grundkurse (200 Stunden) in den Bereichen Bäckerei und Kochen, Schneiderei/Konfektion und Dienstleistungen, z.B. Frisör, an. Zusätzlich werden in 60 Unterrichtseinheiten kaufmännische Grundlagen vermittelt. In 6 Monaten werden 40 Teilnehmer(innen) pro Gemeinde ausgebildet. Dann zieht der CEDE an einen neuen Standort. Auf diese Weise sollen in den nächsten drei Jahren 720 Teilnehmerinnen ausgebildet werden.

 

Wie können wir helfen?

Die Ausstattung dieser Einheiten soll teilweise erneuert und eine weitere Einheit auf den Weg gebracht werden. Außerdem sollen in den Jahren 2016 - 2018 die Betriebs-kosten dieser CEDEs finanziert werden. Das BMZ (Bun-desministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) will diese Maßnahmen im Gesamtvolumen von € 150.000 zu 75% fördern. Dem Programm ent-sprechend wurde für die restlichen 25% eine Co-Finanzierung gesucht. Unsere Mission, eine Beitrag zu leisten, die Lebensbedingungen der Ärmsten der Armen zu verbessern, sehen wir in diesem Projekt erfüllt. Wir haben uns mit € 15.000, verteilt auf drei Jahre, an der Co-Finanzierung beteiligt. Die restlichen Mittel kommen im Wesentlichen von FUNDAP, dem Kooperationspartner in Guatemala und der Rhein-Donau-Stiftung, die den Projektantrag bei dem BMZ stellte.

Wer ist der Partner vor Ort?

FUNDAP wurde 1981 von guatemaltekischen Unternehmern als politisch und religiös unabhängige, gemeinnützige NRO gegründet. FUNDAP fördert Projekte zur Bekämpfung von Armut unter Respektierung der Menschenwürde, Kulturen und Traditionen. FUNDAP konzentriert sich mit seinen 50 Zweigstellen auf den ländlichen Raum im Südwesten des Landes. FUNDAP förderte mit zuletzt US$ 175.000 p.a. sechs Schwerpunkte. Einer davon ist die Schul- und Erwachsenenbildung. FUNDAP wird aus Österreich, Belgien, der Schweiz, Spanien und seit kurzem auch aus Deutschland unterstützt.