Tansania - Was Lehrer noch lernen können!

Es klingt wirklich gut: 90% aller tansanischen Kinder besuchen die Grundschule, 33% eine weiterführende Schule. An allen staatlichen Schulen wurde das Schulgeld abgeschafft und das, obwohl auch Tansania mit einem Bruttosozialprodukt von nur US$ 1.000 pro Kopf und Jahr zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Aber es gibt einen Preis: die Qualität des Unterrichts! Lehrer werden schlecht bezahlt, es gibt zu wenige - vor allem in Mathematik und Naturwissenschaften-, Lehrer sind schlecht qualifiziert, die Klassen sind bis zu 70 Schüler stark, frontaler Unterricht - Referieren aus dem Schulbuch durch die Lehrer und Auswendiglernen seitens der Schüler - ist die Regel ebenso wie die Prügelstrafe.

 

Folge: die Durchfallquote bei den staatlichen Examina liegt bei 60% und das, obwohl am Markt qualifizierte Arbeitskräfte fehlen.

 

Wie kann die Qualität des Unterrichts verbessert werden?

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert über vier Jahre Wochenseminare für Lehrer und Schulleiter an 11 tansanischen Schulen, in denen Fachdidaktik, schülerzentrierte Lehrmethoden und Disziplin-Management geschult werden. Zur Vertiefung des Gelernten und Unterstützung bei der Anwendung erfolgen Unterrichtsbesuche, Reflexionsgespräche und Schulworkshops seitens der Dozenten. Die Methodik wurde an der Mwenge- Universität, Tansania, entwickelt und ist seit 2013 im Einsatz. Ergänzt wird die Didaktik-Schulung durch fachliche Fortbildung in Mathematik und Naturwissenschaften. Hier engagiert sich der Senior Experten Service (SES), der weltweit pensionierte Experten/Lehrer und Dozenten in Entwicklungsprojekte entsendet.

Überzeugt von dem Ansatz, haben wir uns - nach Genehmigung  durch das Kuratorium der

Rivera-Stiftung - bereit erklärt, das Programm an der Edmund Rice Secondary School bei Arusha (Region Kilimanjaro) in den Jahren 2018 und 2019 mit insgesamt €12.180 zu fördern. An der Schule mit 1.400 Schülern(innen) werden 10 Lehrer und der Schulleiter an dem Programm teilnehmen.

Der Vorstand der Rivera-Stiftung  wird im Februar 2018 - selbstverständlich auf eigene Kosten - die Schule besuchen und sich über den Stand des Projektes informieren. 

Wir werden das Projekt mit viel Zuversicht begleiten.