Tätigkeitsbericht 2013

Die Rivera-Stiftung wurde zum 31.12.2007 von den Stiftern Dr. Richard und Verena Klix gegründet.
Die Rivera-Stiftung hat sich zur Förderung der Volks- und Berufsbildung verpflichtet und fördert Bildungsprojekte in Deutschland und in Entwicklungsländern. Sie arbeitet derzeit ausschließlich als Förderstiftung. Ihr Ziel ist es, mit ihren Mitteln die Bildungschancen von Menschen aus bildungsfernen Schichten so zu verbessern, dass sie in ihrer Gesellschaft einen positiven Beitrag zur Entwicklung ihres Landes leisten und ein ihrem Potential entsprechendes selbstbestimmtes Leben in Würde und Selbstachtung führen können.
Bei den Förderprojekten im Inland ist der aktuelle Schwerpunkt die Förderung der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten. Neben der Verbesserung der Lebenschancen der Geförderten ist Ziel, das Potential auch der Menschen mit Migrationshintergrund im Hinblick auf die demographische Entwicklung für den Standort Deutschland besser zu nutzen.
Ziel der Projekte in Entwicklungsländern ist, einen kleinen Betrag dafür zu leisten, das Ansehen Deutschlands in der Welt zu stärken und den geförderten Menschen eine bessere Lebensperspektive in ihren eigenen Ländern zu geben und den Migrationsdruck zu verringern.


Stiftungsvermögen - Stiftungskapital
Im Berichtsjahr per 31.12.2013 erhielt die Rivera-Stiftung  eine Zustiftung durch die Einbringung einer Immobilie  im Wert von € 750.000,00. Hieraus erhält sie ein Nutzungsentgelt/Miete von € 24.000,00 p.a.. Die Nutzer tragen im Übrigen die Mietnebenkosten sowie alle sonstigen Kosten und Lasten wie ein Eigentümer.

           

Daneben standen der Stiftung per 31.12.2013 rd. € 300.000,00 an liquidem Vermögen zur Verfügung. Die Anlage der Mittel erfolgte in Anleihen, defensiven gemischten Fonds, einem auf Stiftungen spezialisierten (offenen) Immobilienfonds sowie mit einem kleineren Betrag in einem Mikrofinanzfonds. In 2013 realisierte Kursgewinne wurden i.H.v. € 1.650,00 der Umschichtungsrücklage zugeführt.


Im September 2013 wurden wir davon unterrichtet, dass die Rivera-Stiftung ein Vermächtnis in nennenswerter Höhe von einer Bochumer Bürgerin erhalten hat. Die Mittel - bisher € 175.000,00 - flossen in 2014. Sie sind im Wesentlichen zur Stärkung des Stiftungskapitals vorgesehen. Per Ende 2013 betrug das Stiftungskapital € 1.235.000,00.


Förderbereich / Projekte
Das Stiftungsergebnis betrug in 2013 € 35.900,00. Unter Einbeziehung eines Mittelvortrags von € 5.200,00 wurden im Berichtsjahr € 19.100,00 den nachstehenden Projekten direkt zugewendet. Weitere € 10.900,00 wurden für zugesagte Fördermaßnahmen den gebundenen Ergebnisrücklagen gem. § 58 Nr. 6 AO zugeführt. Die freie Rücklage gem. § 58 Nr. 7a AO wurde mit € 9.500,00 dotiert.


Die Fördermaßnahmen im Einzelnen:

 

1.   Indien – Jevaan Asha – Community-Center
      Computer-Ausstattung

In Karjat, im indischen Bundesstaat Maharashtra, eröffnete Ende 2010 der „Light of Life Trust“, ein nach indischem Recht als steuerbegünstigt und caritativ anerkannter Verein, das Jeevaan-Asha Aus- und Berufsbildungszentrum. Das Zentrum hat das Ziel, unterprivilegierten Jugendlichen und Frauen eine Ausbildung zu geben, damit sie ihren eigenständigen Lebensunterhalt verdienen können.
Die Rivera-Stiftung finanzierte 2011 die Ausstattung des Computer-Schulungsraums mit 20 Computern. Seit Dezember 2010 werden Absolventen der umliegenden Secondary Schools an den Geräten Computer-Kenntnisse vermittelt, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern sollen. Die Zusatzausbildung soll Jugendlichen und jungen Erwachsenen helfen, aus der vor allem auf dem Land noch immer herrschenden bitteren Armut herauszufinden.
Seit 2012 förderte die Rivera-Stiftung das Projekt darüber hinaus mit Mitteln für ergänzende Investitionen sowie die Bezahlung der Gehälter für den Computer-Trainer und eine Hilfskraft. In 2013 flossen in das Projekt € 4.000,00, davon € 3.500,00 für die Gehälter.
In 2013 nahmen rd. 60 Schüler an den Kursen teil.

Die Zuwendung wurde auf der Kuratoriumssitzung vom 11.04.2013 genehmigt.
Für 2014 ist eine weitere Förderung vorgesehen.


2. Bangladesch – Haralol Roy Gemeinschaftsgrundschule  - Errichtung und Betrieb für drei Jahre
Bangladesch zählt mit einem Pro-Kopf-Einkommen von US$ 840,00 p.a. zu den ärmsten Ländern der Welt. 31% der Bevölkerung leben von weniger als 1,25 US$ pro Tag. 3 Mio. Kinder haben keinen Zugang zu Bildung. Es gibt zu wenig Schulen in entlegenen Gegenden. Der staatliche Unterricht ist unzureichend. 24% der Lehrer sind nicht ausgebildet. Die Lehraktivitäten werden nicht kontrolliert. Klassengrößen von 100 Kindern sind nicht selten.
Unser Projektpartner, NETZ e.V., Wetzlar besteht seit 1989 als gemeinnütziger Verein und ist auf die Entwicklungszusammenarbeit  mit Bangladesch spezialisiert. NETZ e.V. engagiert sich im Kampf gegen Hunger, für die Rechte der Ärmsten in den Dörfern sowie die Grundschulbildung in ärmlichen Regionen. NEXT e.V. hat 14 Mitarbeiter in Deutschland und 32 in Bangladesch.
NETZ e.V. hat eine Förderzusage des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zur Finanzierung von 75% der Kosten für den Bau und die In-Gang-Setzung von 14 Vor- und Grundschulen, wenn ein Eigenanteil von 25% der Kosten durch NETZ e.V. oder dritte Zuwendungsgeber aufgebracht wird.
Jede der Schulen erhält 3 Klassenräume, Lehrerzimmer/Bibliothek, Sanitäranlagen und Lehrmaterialien. Ergänzend werden „Unterrichtssichernde Maßnahmen“ wie Schul-speisung in der saisonalen Hungerzeit und Gesundheits-Checks angeboten. Die Errichtung der Schulen ist in 2013 erfolgt. Der Schulbetrieb wird in den beiden Folgejahren begleitet und finanziert. Danach sollen die Dorfgemeinschaften die Schulen in Eigenregie übernehmen.
Der Mittelbedarf pro Schule beträgt € 44.436,00. Etwa eine Hälfte der Mittel entfällt auf den Bau, die andere auf die laufenden Kosten für Unterricht und Unterhalt. Der von uns zu übernehmende Anteil beträgt € 11.100,00. Die Zuwendung wird zu je 1/3 in den Jahren 2013 – 2015 zugewendet.

Das Kuratorium hat die Maßnahme auf seiner Sitzung am 11.04.2013 genehmigt.


3. A. Wilhelm Klein Stiftung, Köln    
Die als gemeinnützig anerkannte A. Wilhelm Klein Stiftung fördert begabte Studierende mit zweckgebundenen zinslosen Förderdarlehen und nicht rückzahlbaren Stipendien.
Förderdarlehen werden dann gewährt, wenn die Antragsteller einen höheren Abschluss anstreben oder Unterstützung bei Auslandssemestern benötigen und BAföG oder andere im Inland übliche Fördermittel nicht zur Verfügung stehen. Die Förderung kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn der Auslandsaufenthalt (Auslandssemester oder Auslandspraktika) dem Begünstigten zu einer am Arbeitsmarkt  attraktiven Zusatzqualifikation verhilft. Die Förderung hat in der Regel eine Laufzeit von einem Jahr. Nach der Bologna-Reform werden zunehmend auch Studenten unterstützt, die nach Abschluss des Bachelor einen Masterstudiengang anstreben und dafür kein BAföG erhalten, obwohl die finanziellen Verhältnisse der Familie eine Unterstützung nicht ermöglichen.
In 2013 wurden 11 Studiendarlehen im Gesamtvolumen von € 22.800,00 vergeben. Daneben vergab die Stiftung einen Preis an Studierende der FH für herausragende Forschungs- u. Praxisprojekte über € 3.000,00.
Der Vorstand der Rivera-Stiftung ist im Vorstand der A. Wilhelm Klein Stiftung vertreten und hat Anteil an der Entscheidung über die Darlehensvergaben.
Spende 2013: € 1.000,00. Die Spende wurde in der Kuratoriumssitzung vom 13.11.2013 genehmigt.

 

4. Studenten helfen Schülern SHS² Heinrich-Böll-Schule (HBG), Bochum
Seit dem Schuljahr 2008/09 fördert die Rivera-Stiftung das Projekt „SHS²-Studenten helfen Schülern“ in Zusammenarbeit dem Chancenwerk e.V., Castrop-Rauxel an der Bochumer Heinrich-Böll-Gesamtschule (HBG). Es soll Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und/oder aus bildungsfernen Schichten fördern und ermutigen, ambitioniertere Bildungs- und Berufsziele zu realisieren.
Studenten der Ruhr-Universität Bochum betreuen individuell und in kleinen Gruppen Oberstufenschüler (Sek II) u.a. in Mathematik zur Vorbereitung auf die Abiturprüfung sowie – seit 2012/13 - Schüler der 9. und 10. Klassenstufe zur Vorbereitung der Zentralprüfungen für die mittlere Reife. Als Gegenleistung übernehmen diese Schüler bei Unterstufenschülern 2 Stunden pro Woche Förderunterricht und Hausaufgabenbetreuung. Dabei werden sie von Studenten (in nachstehender Graphik Experten genannt) unterstützt und begleitet.

Das Projekt soll nicht nur reine Nachhilfe bieten, sondern Vorbilder schaffen sowie das Selbstbe-wusstsein und eine positive Persönlichkeitsentwicklung der Schüler fördern. Die Rivera-Stiftung finanziert mit den zugesagten Mitteln die Honorare der unterrichtenden Studenten, Semina-re/Workshops für die beteiligten Studenten und Oberstufenschüler. Außerdem übernimmt sie mit einem Beitrag von max. 30% der Gesamtkosten die Organisations- und Verwaltungskosten, die bei der Partnerorganisation Chancenwerk e.V. entstehen. Die Eltern der geförderten Unterstufenschüler beteiligen sich mit einem Monatsbeitrag von € 10,00 finanziell an den Fördermaßnahmen.
Im Durchschnitt erhielten 22 Schüler ab der 9. Klassenstufe Förderunterricht durch Studenten und 41 jüngere Schüler nahmen an der Hausaufgabenbetreuung teil.
Die Projektkosten betrugen 2012/13  € 12.900,00. Rd. € 4.600 flossen aus Elternbeiträgen, € 8,300,00  betrug die Förderung durch Rivera.


Das Kuratorium genehmigte  in seiner Sitzung am 26.4.2012 die o.a. Zuwendung.
Für das Schuljahr 2013/2014 haben wir das Projekt insgesamt mit € 14.500,00 budgetiert, wobei wir von 60 Schülern in der Hausaufgabenbetreuung ausgehen. Die Zuwendung unserer Stiftung soll bis zu € 9.100,00 betragen.


5. HBG Mittagsbetreuung – „Bewegte Pause“

Seit dem Schuljahr 2011/12 finanziert die Rivera-Stiftung auf Wunsch der Schulleitung der HBG zur Betreuung von Schülern der Jahrgangstufen 5/6  bzw. 7 – 10 ein Mittagsangebot. An drei langen Schultagen organisieren Studenten in der Mittagspause Sport- und Spielangebote. Für diese Arbeit sind Sportstudent(inn)en tätig, die im Rahmen ihres Studiums bereits entsprechende Qualifizie-rungen erfahren haben. Unterstützt werden die Student(inn)en von einem Verantwortlichen der Schule, der auch die schulische Aufsicht über die Angebote führt.

Das Angebot wird von den Schülern begeistert angenommen. Die Teilnehmerzahlen liegen inzwischen deutlich über 100. Lieblingssport ist Fußball.

Der Finanzierungsbedarf umfasst i.w. die Honorare der Studenten und lag im Schuljahr 2012/13 nach Übertragung eines nicht verbrauchten Betrages über € 900,00 aus dem vorangegangenen Schuljahr bei € 3.000,00.

Die Förderung wurde in der Sitzung des Kuratoriums am 26.04.2012 genehmigt.


6. Stipendium im Rahmen des Bildungsfonds der Ruhr Universität Bochum (RUB)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie in NRW haben ein Programm aufgelegt, wonach begabte Studierende in Deutschland mit € 150,00 monatlich unterstützt werden, wenn sich ein privater Part-ner findet, der das Stipendium um die gleiche Summe aufstockt.

Die Ruhr-Universität Bochum hat einen Bildungsfonds gegründet, der die Koordination der Förderung für Studierende der Ruhr-Universität übernommen hat. Der Fonds organisiert die Auswahl der zu fördernden Studenten über die Fakultäten und übernimmt die Auszahlung der Stipendien. Er überprüft jährlich den Studienfortschritt.

Seit dem Wintersemester 2013/14 fördern wir nach unseren Vorgaben eine Studierende im Masterstudiengang für Mathematik und Sportwissenschaften. Ihr Ziel ist das Lehramt der Sekundastufe 2. Die geförderte kommt aus einer kurdischen Familie. Sie ist die erste und einzige, die eine akademische Laufbahn eingeschlagen hat. Ihre Leistungen sind weit überdurchschnittlich.

Das Zuwendungsvolumen beträgt p.a. € 1.800,00 und wurde vom Kuratorium für das Studienjahr 2013/2014 anlässlich der Kuratoriumssitzung vom 13.11.2013 genehmigt.

 

Ausblick
Alle dargestellten Projekte werden in 2014 fortgeführt. Bisher entwickeln sich alle Projekte weitestgehend programmgemäß.
Mit der deutlichen Stärkung des Stiftungskapitals wird sich der Handlungsspielraum für die Stiftung maßgeblich erweitern.