Das von uns geförderte Projekt der Herrnhuter Missionshilfe e.V., mit dem das Walani Berufsbildungszentrum unterstützt wird, machte im Jahr 2025 beeindruckende Fortschritte. Trotz herausforderndem Umfeld erhalten dort Mädchen und junge Frauen Zugang zu Bildung und beruflichen Perspektiven. Aktuell lernen rund 120 Schülerinnen, etwa die Hälfte davon in staatlich anerkannten Ausbildungsgängen. Besonders hoch ist die Nachfrage von jungen Frauen aus dem Dzaleka-Flüchtlingscamp. Ergänzend werden praxisnahe Kurzkurse (6–9 Monate) angeboten, die auch Mädchen ohne formale Schulabschlüsse offenstehen und den Einstieg in Beschäftigung oder Selbstständigkeit ermöglichen.
Besonders nachgefragt ist der Ausbildungsgang Kosmetologie. Er bietet gerade für junge Frauen aus dem Camp hervorragende Einstiegschancen, da der Schritt in die Selbstständigkeit mit vergleichsweise geringem Materialaufwand möglich ist und die Nachfrage nach diesen Dienstleistungen hoch ist. Der Kurs wird mit großer Begeisterung angenommen und zeigt bereits jetzt großes Potenzial für nachhaltige Einkommensmöglichkeiten. Auch die Ausbildungsgänge Schneiderei/Fashion Design, Solarinstallation und Lebensmittelproduktion werden gut angenommen. Viele Absolventinnen schließen ihre Prüfungen mit sehr guten Ergebnissen ab, finden Anstellungen, machen sich selbständig oder werden regelmäßig – insbesondere im Bereich der Solarelektrik – für Aufträge angefragt.
Ergänzt wird das Angebot durch Kurse zu Entrepreneurship und Berufsorientierung. Danach gelingt es vielen Absolventinnen eine Anstellung zu finden oder sie wagen sich in die Selbständigkeit. Nach traumatisierenden Fluchterfahrungen ist die psychologische Betreuung der jungen Frauen wichtig. Erste Angebote laufen bereits, weitere kreative und stabilisierende Formate wie Kunst, Musik, Sport oder Yoga sind in Planung. In unserem nächsten Projekt für die Mädchen in Walani werden wir dafür noch mehr Mittel bereitstellen.
Gleichzeitig bleibt die Situation in Malawi herausfordernd: Die Lebenshaltungskosten sind stark gestiegen, insbesondere für Lebensmittel, Benzin und Baumaterialien. Die tägliche Versorgung der Schülerinnen stellt eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Umso beeindruckender ist das hohe Engagement des Lehrpersonals und die Verlässlichkeit, mit der das Projekt weitergeführt wird. Für die kommenden Monate besteht insbesondere Bedarf an einer kleinen Lernküche für den Bereich Lebensmittelproduktion, da der Unterricht derzeit in der stark ausgelasteten Mensa stattfindet. Zusätzlich werden weiteres Lernmaterial sowie Stipendien für bedürftige Schülerinnen benötigt.
Die sichtbaren Fortschritte, die Motivation der Schülerinnen und die Wirkung des Projekts zeigen eindrucksvoll, wie viel gezielte Berufsbildung bewirken kann – und wie wichtig langfristige Unterstützung ist. Wir danken unserem Projektpartner für die eindrucksvolle Arbeit, die hier geleistet wird und blicken gespannt auf den weiteren Verlauf des Projektes in 2026!




